{"id":972,"date":"2017-06-23T14:58:57","date_gmt":"2017-06-23T12:58:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.jimdo.com/de/magazin\/?p=972"},"modified":"2020-10-01T07:51:43","modified_gmt":"2020-10-01T06:51:43","slug":"ein-ganz-persoenlicher-blick-auf-den-einstieg-in-die-selbststaendigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.jimdo.com/de/magazin\/ein-ganz-persoenlicher-blick-auf-den-einstieg-in-die-selbststaendigkeit\/","title":{"rendered":"Ein ganz pers\u00f6nlicher Blick auf den Einstieg in die Selbstst\u00e4ndigkeit"},"content":{"rendered":"
Man nehme: Flei\u00df, K\u00f6nnen, Courage, Disziplin, die richtige Idee, ausdauernde Lebenspartner, Organisationstalent\u2026 Das Rezept f\u00fcr die eigene Selbst\u00e4ndigkeit hat wohl so einige Zutaten. Da fragt man sich \u00fcber kurz oder lang: Bin ich wirklich daf\u00fcr gemacht?<\/p>\n
Jimdo Expert Alexander Kerscher kennt dieses Gr\u00fcbeln aus eigener Erfahrung. Im Gastbeitrag schildert er seine Perspektive auf das \u201cProjekt Selbstst\u00e4ndigkeit\u201d \u2013 hier ist sein pers\u00f6nlicher \u201cProof of Concept\u201d.<\/p>\n
Ein kurzer R\u00fcckblick: Als ich im Fr\u00fchsommer 2006 meine Agentur startete, sa\u00df ich bis sp\u00e4t in die Nacht an meinem Schreibtisch, den ich in mein Wohnzimmer geschoben hatte. Hier verfolgte ich Deutschlands \u201cSommerm\u00e4rchen\u201d und baute eine Webseite nach der anderen.<\/p>\n
Ich freute mich \u00fcber die ersten Auftr\u00e4ge. Freute mich \u00fcber meine neue zeitliche Freiheit, \u00fcber die Eigenverantwortung und die Geschwindigkeit, mit der ich Entscheidungen treffen konnte. Es gab mich, der ich in Bermudas und T-Shirt in die Tasten hieb. Und es gab nicht den kleinsten Zweifel daran, dass sich das gut anf\u00fchlte \u2013 obwohl ich aus wirtschaftlicher Sicht auch zum Erfolg verdammt war.<\/p>\n
Heute kann ich sagen: Der Schritt hat sich gelohnt, auch wenn nicht immer alles glatt gelaufen ist. Die vielen Hochs und einige Tiefs der letzten Jahre haben in mir einige Gedanken reifen lassen \u2013 drei davon m\u00f6chte ich in diesem Artikel pr\u00e4sentieren.<\/p>\n
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Ein (im R\u00fcckblick) goldener Vorteil in meiner Anfangsphase als Selbstst\u00e4ndiger war es, dass ich in meinem \u201eneuen Job\u201c nebenberuflich bereits einige Jahre arbeitete, bevor ich mich in diesem Feld selbstst\u00e4ndig gemacht habe. Zum einen hat mir der berufsbegleitende Start erm\u00f6glicht, die selbstst\u00e4ndige T\u00e4tigkeit auszuprobieren: \u201cfunktioniert\u201d meine Idee \u00fcberhaupt?<\/p>\n
Zum anderen haben mit die geregelten Einnahmen in der Anfangsphase eine gewisse Sicherheit gegeben, auf die ich ansonsten h\u00e4tte verzichten m\u00fcssen. Zwar kostet der berufsbegleitende Start in die Selbstst\u00e4ndigkeit viel Freizeit \u2013 doch ich kann diesen Weg empfehlen.<\/p>\n
Auch, wenn der nebenberufliche Einstieg in die Selbstst\u00e4ndigkeit vieles einfacher macht, gilt es noch einige H\u00fcrden zu nehmen. So werden wir in Deutschland \u2013 beruflich betrachtet \u2013 dazu \u201cerzogen\u201d, Angestellte oder Beamte zu werden und auf Sicherheit zu bauen. Ein wenig pessimistisch gesehen k\u00f6nnte man sagen: Banken be\u00e4ugen neue Unternehmer gerne misstrauisch und streichen die finanzielle Flexibilit\u00e4t sobald die monatliche Gehalts\u00fcberweisung anderen Geldfl\u00fcssen weicht.<\/p>\n
\u00c4hnlich handeln viele Vermieter, die eine klassische Gehaltsabrechnung nicht selten der Gewinn- und Verlustrechnung von Selbstst\u00e4ndigen vorziehen, wenn es um die Vergabe einer Wohnung geht. Und nicht wenige von euch k\u00f6nnen sicherlich ein Lied von papierreichen Autofinanzierungen oder der komplizierten Suche nach einer neuen Krankenversicherung singen.<\/p>\n
Hier gilt es, tief durchzuatmen. Selbst\u00e4ndigkeit braucht viel \u00dcberzeugung und den unbedingten Willen ein Leben zu f\u00fchren, das aus beruflicher Sicht betrachtet grundlegend anders und eben besonders ist.<\/p>\n
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Wenn man eine Idee hat und davon \u00fcberzeugt ist, kann man schnell den Blick nach links und rechts verlieren \u2013 man ist einfach total fokussiert. Dies l\u00e4sst sich jedoch vermeiden \u2013 mit Sparringspartnern: Familienmitglieder, Freunde oder Bekannte, die selber Erfahrung mit einem eigenen Unternehmen haben und mit denen man das eigene Projekt ehrlich diskutieren kann.<\/p>\n
So platt es klingen mag, ist mein Rat daher: Redet miteinander! Es macht so richtig Sinn, sich einmal ausf\u00fchrlich und offen mit Menschen auszutauschen, die bereits selbst\u00e4ndig ihr Ding machen. Denn andere Perspektiven auf die selbe Sache sind unglaublich hilfreich. Denn neben der Leidenschaft f\u00fcr die Sache geht es vor und w\u00e4hrend des Starts auch darum, gewisse Fragen zu stellen und sie ehrlich zu beantworten:<\/p>\n
Wartet die Welt wirklich auf deinen neuen Uhrenshop? Hast du dein Hunde-Hotel abschlie\u00dfend durchdacht \u2013 oder solltest du noch einmal mit dem Vermieter und deinen Nachbarn \u00fcber die Idee sprechen? Warum noch mal sollen die Youtube-Stars ausgerechnet zu dir kommen, damit du sie vermarktest? Manchmal wollen wir uns gewissen Wahrheiten nur ungerne stellen.<\/p>\n
Nicht zu untersch\u00e4tzen ist au\u00dferdem, dass die Selbstst\u00e4ndigkeit gerade in der Startphase nicht nur ein tolles Gef\u00fchl, sondern auch eine gro\u00dfe Belastung f\u00fcr Familie, Beziehung und Freunde sein kann.<\/p>\n
Aus Erfahrung kann ich sagen, dass es hier klare Absprachen braucht: Wann arbeite ich, wann bin ich ansprechbar und wann kann ich vielleicht auch mal von zu Hause aus arbeiten? Diese Fragen sollten klar geregelt sein \u2013 und von einem dann auch eingehalten werden. Versucht hier, (bei aller Euphorie) realistisch zu sein und daheim keine \u201ebl\u00fchenden Landschaften\u201c zu verkaufen.<\/p>\n
Daf\u00fcr verdient und bekommt ihr – gerade in anstrengenden Phasen \u2013 auch positive Energie und keine \u201ehabe ich Dir doch vorher gesagt\u201c-Reden. Gemeinsam genie\u00dft man es dann zum Beispiel auch um so mehr, mal spontan einen Nachmittag frei zu nehmen und einen wundersch\u00f6nen Tag zu genie\u00dfen.<\/p>\n
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Bleib gesund und fr\u00f6hlich!<\/p>\n
Oh, welch ein toller Tipp!<\/em><\/p>\n …Naja \u2013 aber vielleicht ist mehr dran, als viele glauben. Denn erfolgreiche Selbst\u00e4ndige planen ihre Freizeit und Ihre Momente ohne Arbeit ebenso pr\u00e4zise, wie ihren Job. Soweit hast Du das sicher schon einmal geh\u00f6rt. Was am Anfang noch albern klingt wird schnell zum Thema, wenn man \u2013 ohne es wirklich zu merken \u2013 mal eine 60- oder 70-Stunden-Woche hingelegt hat.<\/p>\n K\u00f6rper und Seele brauchen jetzt mehr denn je einen Rhythmus, den Dir die Arbeit eines Angestellten einfach besser zu geben vermag. Bewegung, etwas Sonnenschein, gesunde Ern\u00e4hrung und regelm\u00e4\u00dfigen Schlaf, zumal Du nun ganz anderem Stress ausgesetzt sein wirst, als vorher.<\/p>\n Damit es immer spannend, wertvoll und sch\u00f6n bleibt, habe ich f\u00fcr mich drei Regeln gefunden, die seit Anfang an einen wichtigen Teil meiner eigenen Wahrnehmung bilden:<\/p>\n 1) Forschung und Entwicklung\u2028:<\/strong> Jeder zweite Freitag in meiner Selbst\u00e4ndigkeit geh\u00f6rt nicht den konkreten Jobs, sondern dem Ausprobieren neuer Ideen. So ist zum Beispiel die Reihe \u201cJimdo Handbuch\u201d entstanden. Oder ich unterhalte mich einfach mit interessanten Personen oder tue v\u00f6llig andere Dinge.<\/p>\n 2) Loslassen k\u00f6nnen\u2028:<\/strong> Ich habe in den letzten 20 Jahren eine ganze Reihe von Webideen gehabt, und einige von ihnen auch tats\u00e4chlich umgesetzt habe. Manche funktionierten und machten mich stolz. Bei anderen musste ich einsehen, dass es aus verschiedenen Gr\u00fcnden nicht passt. Ich habe als Selbst\u00e4ndiger gelernt, dass man Ideen wieder loslassen muss, anstatt sich in ihnen festzubei\u00dfen. Auch, wenn es weh tut.<\/p>\n 3) Nicht gierig sein\u2028:<\/strong> Jeder muss es am Ende f\u00fcr sich selbst beantworten. In meiner Branche sind eine gewisse Gier und knackige Stundens\u00e4tze gang und g\u00e4be – ebenso gierige Kunden, die glauben die Internetflatrate f\u00fcr die n\u00e4chsten drei Jahre gebucht zu haben… Darum ist es mir wichtig, f\u00fcr eine faire Leistung einen fairen Lohn zu berechnen und sauber und nachvollziehbar zu kalkulieren. Nicht mehr und nicht weniger. Auch das schafft zufriedene und wiederkehrende Kunden.<\/p>\n
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Alexander Kerscher <\/strong>ist Gr\u00fcnder von Fruits & Harvest<\/a>. Die Agentur setzt Internetprojekte verschiedener Gr\u00f6\u00dfe und Zielsetzung um \u2013 von Einzelauftr\u00e4gen f\u00fcr Privatpersonen bis zu komplexen Webseiten f\u00fcr Unternehmen. Schwerpunktm\u00e4\u00dfig arbeitet Fruits & Harvest dabei mit Jimdo.<\/p>\n\n\nBring dein Business online. Mit Jimdo.<\/h4>\n<\/div>\n\n\n\n